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Consulting , Startup , Zukunft

Wohlstand macht nicht erfinderisch

Arbeitslosigkeit ist niedrig. Die Wirtschaft brummt, es fehlen Arbeitskräfte, keine Arbeitsplätze. Europa, insbesondere Deutschland glaubt, es ist gerade so erfolgreich, weil es so konservativ ist. Die ein Schraube, tausendmal in gleicher Qualität. Passt. Super. Immer weiter so.

Klimaziele, nicht erreicht. Egal, wir trennen doch den Müll. Und erfüllen das neue Verpackungsgesetz. Schulen werden mit Whiteboards ausgestattet. Da ist er, der Digitalpakt. Um 17.00 Uhr zum Aprerol Spritz oder Yoga. Work-Life-Balance. Sakko auf, Krawatte weg, offenes, weißes Hemd. Sneaker und Anzug. Ballerinas und Jeans, weiße Bluse. Locker. Bier aus der Flasche. Warmer Weißwein. Knurrhahn auf der Karte als Geflügel bestellen. Alle lachen. Bloß nix wissen, aber alle Kochbücher zu Hause.

Bei Omas Kaffee als Selbstständige Enkelin belächelt. Die ist aber mutig. Die macht was. In einem Jahr ist die bestimmt nicht mehr mit ihrer kleinen Geschäftsidee am Markt. Schaukelt dann ihr Kind auf dem Spielplatz. Der Mann arbeitet. Als Must-Have dann, um es zu erzählen, Spiegel-Bestseller zitieren und das Selfie beim ein Mal im Jahr in die Oper oder die Pinakothek der Moderne Gehen. Manet und Monet verwechseln. Egal. Hauptsache Small-Talk. Senden. Bloß nicht zuhören. Immer aufs Handy gucken. Und Burger dabei essen. Aus Insekten. Nach, im und vor dem Meeting Latte und Bagel. Egal, Plastikbecher und Trägheit. Zu viel Neues macht Angst. Weil es immer schon so war, wird´s auch immer so sein. Da parken wir immer. Da fahren wir immer hin. Schon seit Jahren.

Wohlstand macht nicht erfinderisch.

Augenbrauen hochziehen, niedlich, so ein kleiner, süßer Pop-Up-Store. Ist ja auch gleich wieder zu. Gibt´s doch alles online. Der traut sich was. Könnten wir nicht. Chefarzt klingt gut. Schloss Elmau Urlaub klingt besser. Depressive Arroganz. Schnell auf die sichere Seite. Bloß nix anbrennen lassen. Philipp-Karl und Laura-Elisabeth müssen noch zum Geigenunterricht.

6.00 Uhr morgens, irgendwo, nur nicht dort.
Laufen. Lesen. Zuhören. Reden. Sich wirklich interessieren. Spüren.
14 Stunden und mehr arbeiten.
Der Druck, etwas Neus machen zu müssen, sich eben nicht auf Papas Portmonee oder den Staat zu verlassen, macht erfinderisch. Eine Idee wird geboren, Leben auf dem Pulverfass, dass der Dispo diesen Monat auf dem Konto noch reicht. Das es nach unendlichen Telefonaten gelingt, den Produzenten zu überzeugen, dass er endlich den Prototypen fertig produziert. Jedes Produkt wird als digitales Produkt geboren oder mit einer digitalen Komponente verbunden. Twitter, Facebook etc. sind Mittel zum Zweck, aber nicht der Zweck. Die lokalen Verbände, Politiker, Investoren und auch die Freunde in der Stadt interessieren sich wirklich für Gründerinnen und Gründer. Die Banken und Investoren geben Geld. Endlich reale Nachhaltigkeit und kein sinnloses um-die-Welt-Fliegen. Die Schulen bilden Unternehmerinnen und Unternehmer aus. Kinder lernen in der Schule Fragen zu stellen und nicht zu beantworten. Kein Sternchen in Wörtern, sondern reale Gleichberechtigung. Alles ist mit KI verknüpft. Technik ist nicht das Böse. Ethische Grundsätze im Miteinander von Mensch und Technik werden klar definiert. Kein Neid. Gründen wird belohnt. Dienstleistung ist bezahlbar und wird bezahlt. Niemand wird wegen einer neuen Idee diskriminiert.

Keine Konferenzen mit Bierkisten und Sitzmöglichkeiten auf Europaletten, sondern wirkliche Netzwerkveranstaltungen. Wenn dann gesagt wird, man telefoniert morgen zur neuen Idee, dann ist jeder auch erreichbar und nicht in wichtigen Meetings. Kein Kontakt geht verloren. Offener Austausch, ohne Copy-Paste. Keine TV-Show im Löwenkäfig.

Unkonforme und wirklich neuen Ideen schaffen die Innovation.
 
Willkommen im Jetzt.

Machen.

Lust?

E-mail: jk@jens-koester.com

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